"Lernferien"
Herbstakademie Hemer
„LernFerien“ Herbstakademie Hemer 2011
Kurz vor den Herbstferien erhielt ich spontan die Möglichkeit, an den „LernFerien NRW“ teilzunehmen. Das Programm richtet sich an begabte Schüler, die sich zudem sozial engagieren.
Zunächst war ich skeptisch - sollte ich wirklich eine Woche der wohl verdienten Herbstferien für ein Seminar opfern? Ich entschied mich jedoch letztlich dafür. Erfahrungen sammeln schadet schließlich nicht. Ganz im Gegenteil, im Nachhinein bin ich sehr froh, mich für das Projekt entschieden zu haben.
Völlig ahnungslos über das, was mich erwartet, legte sich die anfängliche Unsicherheit und Aufregung nach der Ankunft in Hemer im Sauerland schnell. Ich war schließlich nicht die einzige, die ein wenig Bedenken hatte. Das Programm war offen gehalten, sodass man sich darunter nichts Genaueres vorstellen konnte. Alle 25 Teilnehmer verstanden sich auf Anhieb und es entwickelte sich schnell eine gute Gruppendynamik.
Trotz intensiver Arbeitsphasen, in denen wir uns zum Beispiel mit den persönlichen Stärken und Schwächen im Hinblick auf die Berufsfindung auseinandersetzten, hatten wir genug Freizeit, um einander besser kennen zu lernen.
Bereits am ersten Tag besuchten uns drei mehrfache Deutsche Meister im Taekwondo. Nach einem kurzen Training waren wir schließlich alle dazu in der Lage, ein Holzbrett zu zerschlagen. Dies machte viel Spaß und stärkte vor allem unser Selbstbewusstsein.
Ein Themenblock galt dem Projektmanagement. Nach einem kurzen Einstieg in dieses Thema wurden wir direkt ins kalte Wasser geworfen und sollten als Team selbstständig ein eigenes Projekt auf die Beine stellen. Zielvorgabe war lediglich, am letzten Tag „so viel Menschen wir möglich glücklich zu machen“, alles andere war uns selbst überlassen. Schnell war ein Konzept gefunden:
Briefe und selbstgebackene Kekse in sozialen Einrichtungen der Umgebung verteilen!
Für die verschiedenen Aufgabenbereiche wie Kommunikation nach außen, Schreiben der Briefe etc. bildeten wir Gruppen, um schnell und effektiv arbeiten zu können. Jeder konnte seine Ideen mit einbringen und durch die hervorragende Teamarbeit hatten wir keinerlei Probleme bei der Umsetzung. Mit einer Menge Spaß und Engagement bewältigten wir diese Aufgabe und verteilten die Geschenke schließlich in einen Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung.
Anfangs noch unsicher und zurückhaltend, legte nach und nach jeder seine Ängste ab und ging bestärkt aus der Situation hinaus. Zusätzliche Exkurse zu den Themen Burn-out-Prävention und Ernährungsberatung waren sehr lehrreich und wichtig für die Zukunft.
Schnell war allen klar, dass der leicht abschreckend wirkende Name „LernFerien“ viel zu negativ angelegt war und die Vielseitigkeit und ungezwungene Atmosphäre des Programmes nicht im Geringsten widerspiegelt. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat. Neben einer Menge neuer Erkenntnisse, die man für das spätere Berufsleben wirklich mehr als gebrauchen kann, lernt man vor allem viele neue Leute kennen. Wir Teilnehmer wurden durchweg positiv überrascht und haben zusammen eine unglaublich tolle Woche erlebt.
Ich kann daher nur jedem empfehlen, der solch ein Angebot erhält: Traut euch, ihr werdet es in keinem Fall bereuen! :)
Lisa Janßen, Jgst. 12
