Debattieren am Wochenende in der Schule

"Nein!" - "Doch!" "Nein!!" - "Doch!!" So sieht das Debattieren vielleicht unter Laien aus. Am Wochenende gab es an unserer Schule hingegen einen richtigen Debattier-Club, in dem das richtige Debattieren gerlernt werden konnte. Am Samstag und Sonntag haben sich 20 Schülerinnen und Schüler insgesamt 13 Stunden mit dem Thema auseinandergesetzt, unter der Leitung eines Profis, der schon viele Preise im Debattieren gewonnen hat, Karsten Stölzgen. Darüber hinaus gibt es noch zwei Folgetermine über je zwei Stunden, in denen debattiert und anschließend reflektiert wird.

Damit es beim Debattieren nicht zu einem lauten Durcheinander kommt, gibt es in der "offenen parlamentarischen Debatte" gewisse Regeln: Zu einer Debatte gehören neun Leute; drei der pro-Seite, die etwas Neues vorstellen, drei der kontra-Seite, die dagegen sind und drei "Fraktionsfreie Redner", die erst während der Debatte Stellung beziehen. Hinzu kommt ein sogenannter Präsident, der für Ordnung sorgt, das heißt er schaut beispielsweise, dass Redezeiten eingehalten werden und Zwischenrufe nicht Überhand nehmen.

Neben Vorübungen wie "Erzähle anhand von zwei Bildern spontan eine Geschichte" oder "Stelle die deiner Meinung nach wichtigste Erfindung der Menschheit in diesem Raum vor" wurde natürlich auch debattiert. Dazu gab es 20 Minuten Vorbereitungszeit, um sich auf die Rede vorzubereiten und sie zu strukturieren. Debattiert wurde über aktuelle Themen wie "Sollen Fremdsprachen schon in der Grundschule eingeführt werden?" oder auch brisantere wie "Soll die aktive Sterbehilfe nach dem holländischen Modell eingeführt werden?", "Soll Wikileaks verboten werden?" oder "Soll Deutschland Atomwaffen besitzen?".

Insgesamt waren es sehr lebhafte, teils sehr energische Stunden, die Spaß gemacht haben. Das Interesse, über alles Mögliche zu debattieren, ist bei den Teilnehmern jetzt geweckt.

Lucas Eichhorn


Frau Busch von den Wirtschaftsjunioren (hinten rechts) schaut sich nach der Preisverleihung die debattierenden Schülerinnen und Schüler an. 7. Von rechts: der Dozent Herr Stölzgen


Vor jeder Debatte setzen sich die verschiedenen Parteien zu Beratungsgesprächen zusammen.


Und hier wird debattiert


Sven bei einer mitreißenden Rede


Nach der Debatte schütteln sich die Befürworter und die Gegner der Stationierung von Atomraketen in Deutschland die Hände.