Junior Forscher Tage in Mainz 2010

Eigentlich konnte ich es kaum glauben, als ich eines Abends einen Brief der IJSO (Internationale Junior Science Olympiade) bekam. Es war eine Einladung zu den Junior Forscher Tagen (JFT) in Mainz, die ich erhalten hatte, weil ich zu den jüngsten Teilnehmern zählte und in die zweite Rund vorgest0ßen war. Für die Zeit vom 8.11. bis 11.11.2010 war ich also von der Schule freigestellt. Es war sehr aufregend, da ich überhaupt nicht wusste, was da auf mich zukam: mit 18 weiteren Schülerrinen und Schülern aus ganz Deutschland vier Tage in Mainz zu verbringen...

Am Montagmorgen ging es los, auf mit dem Zug nach Mainz. Dort angekommen, wurde ich von der Organisatorin der JFT, Frau Dr. Peters, abgeholt und zu einem Sammelpunkt gebracht, wo bereits unsere Betreuer Stefan, Mareike und Christine warteten. Nachdem auch noch einige andere Schüler gekommen waren, ging es mit dem Bus in die Jugendherberge, die etwas außerhalb lag. Hier warteten schon einige Eltern mit ihren Kindern, die mit dem Auto gekommen waren. Jetzt teilte Stefan uns auf die Zimmer auf, zwei Mädchen- und zwei Jungenzimmer. Die beiden Mädchen, die sich ein Zimmer mit mir teilten, schienen eigentlich ganz nett zu sein. Als wir die Tür zu unserem Zimmer aufschlossen, waren wir begeistert: der beste Blick auf den Rhein!

Nachdem sich unsere Begeisterung etwas gelegt hatte, packten wir aus und lernten uns dabei etwas näher kennen. Nach ca. 2 gemeinsamen Stunden gab es Abendessen, jedes Zimmer hatte einen eigenen Tisch im Speiseraum für sich. Es gab ein großes Buffet sowie verschiedene vegetarische und Fleischgerichte. Nach dem Essen trafen wir uns erneut, diesmal am Eingag des Jugendgästehauses. Von dort gingen wir in ein Cafe, in dem wir das Dachgeschoß ganz für uns allein hatten. Frau Dr. Peters verteilte Ordner mit Material: Namensschild (Das eigentlich kaum jemand trug),Forscherbogen, Notizblock, Stift und Tagespläne sowie ein Zettel mit den Notrufnummern, für den Fall, dass einer von uns verloren gegangen wäre. Doch Dank der wachsamen Augen unserer Begleiter haben sich jeden Abend alle wieder gemeinsam im Jugendgästehaus eingefunden.

Stefan erklärte währenddessen das weitere Vorgehen. Danach konnten wir uns Eis, Getränke etc. bestellen und uns auch mit den Schülern aus den anderen Zimmern vertraut machen. Schließlich gingen wir zurück auf unsere Zimmer. Eigentlich sollten wir ab 22 Uhr schlafen, doch wir waren bis weit darüber hinaus wach und erzählten.

Am nächsten Morgen mussten wir unerbittlich um 7:15 Uhr aufstehen. Eine Viertelstunde später genossen wir unser Frühstück und machten uns danach bereit, mit dem Bus ins NaT-Lab der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zu fahren. Hier bekam man eine Laboreinweisung, Schutzkleidung und schließlich auch noch die Schutzbrillen.

Jetzt stellten wir aus verschiedenen Chemikalien Indigo (den Farbstoff der Jeans) her. Damit färbten wir auch T-Shirts, die anfangs noch grün aussahen, jedoch nach längerem Kontakt mit der Luft blau wurden, wobei wunderschöne Muster entstanden.

Trotz einer kleinen Pause (wobei das NaT-Lab uns freundlicherweise genügend Süßigkeiten zur Verfügung stellte) hatten wir alle einen Bärenhunger. Unser Mittagessen gab es in der Mensa, und es war lecker, doch es schien wahrscheinlich noch besser, weil wir so hungrig waren. Anschließen ging das Forschen weiter: Wir stellten selbst Pflanzenfarbstoffe her. Man zerstieß beispielsweise getrocknete Birkenblätter und ließ daraus nach dem Zufügen verschiedener Chemiekalien einen schönen gelben (nach dem Trocknen pulverförmigen) Farbstoff entstehen. Der begann leider nach drei, vier Wochen unangenehm zu riechen...

Schließlich ging es wieder ins Jugendgästehaus, wo wir mal wieder gemütlich zu Abend aßen. Am Mittwoch durften wir eine halbe Stunde länger schlafen, doch nach dem Frühstück ging es direkt weiter: mit dem Bus in das ZDF-Sendezentrum. Hier erklärte man uns das Green-Box Verfahren, wir waren bei einer Aufzeichnung von "Drehscheibe Deutschland" dabei und hörten lustige Geschichten.

Man zeigte uns die Tonstudios,zeigte, wie ein Film produziert wird, und wir durften eine Moderatorin kennenlernen, die vorher in "Drehscheibe Deutschland" noch gefilmt wurde. Sie war sehr nett, doch wir waren uns einig, dass bei den neun- oder zehnmal wiederholten Aufzeichnungen unsere Geduld an ihre Grenzen gekommen wäre, doch sie schien alles ganz locker zu nehmen...

Nach dem Mittagessen in der Jugendherberge fuhren wir erneut in das NaT-Lab, diesmal um die Trennung von Farbstoffen zu erforschen. Wir haben Flourescein hergestellt (Leuchtstoff) und man hat uns dort noch eine tolle Überraschung bereitet: wir durften mit Trockeneis experimentiern! Zuerst kam in eine Seifenlauge etwas Trockeneis...(Wenn man die Blasen platzen ließ, kam Dampf heraus)

Und besonders spektakulär: Trockeneis in kochendem Wasser!

Doch dann war das Experimentieren leider schon vorbei. Es wurde Abend, und wir verabschiedeten uns zum letzten Mal vom NaT-Lab.

Es begann der letzte Tag: Nach dem Frühstück mussten wir packen, unser Gepäck wegbringen und uns von dem spektakulären Ausblick auf den Rhein verabschieden. Dennoch wollten wir unseren letzten Tag genießen: es ging auf ins Gutenberg Museum. Wir bekamen eine tolle Führung, auf der wir auch die kleinste Bibel der Welt sehen konnten: gerade zwei, drei Zentimeter hoch. Jetzt ging es in den Druckraum, wo wir auch selbst drucken konnten. Zuerst mit Formen zum Unterlegen, über die man dann mit einer Farbrolle gestrichen hat, und dann mit Druckpressen. (Wir waren uns einig: letzteres sah schöner aus)

Doch nun mussten wir Abschied nehmen. Trotzdem werden wir alle diese Zeit wohl kaum vergessen. Es war wirklich toll und ich würde es jederzeit wieder tun wollen!

Ich kann es jedem begeisterten Forscher nur empfehlen, auch wenn es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig scheint, es lohnt sich, bei der Junior Science Olympiade dabei zu sein! Informationen dazu gibt es bei Frau Dr. Jehmlich.

Melissa Hartkopf