Nach einer kurzen Stärkung, die freundlicherweise kostenlos für uns bereitgestellt wurde, führte uns ein Mitarbeiter des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in einen Hörsaal, in dem er unsere Kenntnisse zum Thema Sonnenenergie vergrößern wollte. Doch vorher wollte Frau Dr. Jehmlich noch klären, wer von uns einen Bericht über diesen Besuch schreiben sollte. Nachdem sich niemand freiwillig dazu durchringen konnte, übertrug sie kurzerhand diese Aufgabe auf - mich. Daraufhin wurde ich von unserem Busfahrer, der sich irgendwie in den Vorlesungsraum geschmuggelt hatte, schadenfroh beglückwünscht und der DLR Mitarbeiter begann mit seinem Vortrag.
Auf ein paar einleitende Worte folgte ein Film der Wissenssendung Galileo. Das heißt, es sollte ein Film von Galileo folgen, doch lief dieser nur in Zeitlupe und wir hätten sicher über drei Stunden benötigt, um diesen Film vollständig zu sehen. Tja, auch Leute vom Fach machen mal Fehler, welche aber zumindest in unserem Fall innerhalb von zwei Minuten behoben werden konnten. Schwerpunkt des Films war ein modernes Solarkraftwerk in Almeria (Südspanien), welches durch eine neue Technologie auf teure Solarzellen verzichten kann und den Strom ungefähr halb so teuer produzieren kann wie die alten Solarkraftwerke. Stolz erklärte Oliver Vorbrugg, einer der Entwickler dieser Technologie, im Film die Funktionsweise der so genannten Parabolrinnen: Anstelle von Solarzellen werden simple Spiegel verwendet, die so gewölbt sind, dass sie die auftreffenden Sonnenstrahlen auf ein Rohr innerhalb der Wölbung reflektieren. Diese Rohre werden durch die verstärkte Sonnenkraft erhitzt, doch sie schmelzen nicht, da durch sie ein spezielles Öl fließt, das die Wärme speichert und somit auch eine kühlende Funktion übernimmt. Das erwärmte Öl überträgt seine Wärme auf einen Wasserkessel, bis Wasserdampf entsteht, der wiederum eine Turbine in Bewegung setzt und somit Strom erzeugt.
Insgesamt wurden in Almeria 1.5 Millionen Quadratmeter mit diesen Parabolspiegeln bestückt, die sich mit der Sonne drehen und somit äußerst effizient arbeiten. Ein weiterer unabstreitbarer Vorteil des Kraftwerks ist, dass es auch nachts weiterarbeiten kann, indem die durch Sonnenkraft erzeugte Wärme in speziellen Türmen mit Hilfe eines Salzgemisches gespeichert wird. Die dort gelagerte Wärme kann dann nach Sonnenuntergang verwendet werden, um weiteren Wasserdampf für die Turbinen zu erzeugen.
Neben der ausführlichen Beschreibung dieses Solarkraftwerks behandelte der Film auch einige Experimente, die die Kraft von gebündelten Sonnenstrahlen plastisch dargestellen. Bei einem dieser Versuche wurde fünftausendfach konzentriertes Sonnenlicht auf eine einzelne Stelle eines Tresors gerichtet; dort befand sich nach vier Minuten ein faustgroßes Loch. Diesen Tresor sollten wir später bei einem Rundgang durch den DLR wieder sehen, denn diese Versuche wurden von Galileo beim DLR aufgenommen.
Nach diesem Film war genügend Zeit für unsere Fragen, die zuvorkommend beantwortet wurden. Nachdem unser Wissensdurst gestillt war, hielt Prof. Pitz-Paal noch einen Vortrag über die Solarforschung im DLR.
Zunächst wurden verschiedene Möglichkeiten erläutert, wie die Sonnenenergie zur Stromerzeugung genutzt werden kann.Außerdem wurde in dem Vortrag noch die Arbeit des DLR erläutert, die sich auf drei Hauptthemen konzentriert:
Auch wurden uns noch weitere DLR Standorte neben denen in Almeria und Köln vorgestellt, die sich in Jülich und Stuttgart befinden. So wurde uns erklärt, dass in Stuttgart unter anderem Sand als Wärmeträger getestet wird, wovon es in den Wüsten, die ein bevorzugter Einsatzort für Solarkraftwerke sind, mehr als genug gibt.
Als der Vortrag zu Ende war, gab es erneut genug Möglichkeiten auf neu aufgekommene Fragen eine Antwort zu erhalten. Schließlich machten wir uns alle auf den Weg, um einen Rundgang durch das DLR zu machen, wobei ich den Saal mit rauchendem Kopf und gut drei Seiten Notizen verließ.