ADS - Frühlingskonzert

Oh what a wonderful night! Was ein schöner, gelungener Abend, unser diesjähriges Frühlingskonzert! Ein echter Lichtpunkt, der inmitten des hektischen Schulalltags so kurz vor den Osterferien bei Mitwirkenden wie Zuhörern große Freude und viele, nicht nur kleine Glücksgefühle ausstrahlte. "Wer heute Abend nicht dabei war, hat mit Sicherheit etwas verpasst", fasste Herr Burghof am Ende treffend zusammen, als er den Beteiligten herzlich dankte und Frau Rentsch für die großartige Organisation einen bunten Frühlingsstrauß in die Arme legte. Aber gottlob waren ja Scharen von Schülerinnen und Schüler, Eltern und Freunde, Kollegen und Kolleginnen gekommen: Parkplatzprobleme auf dem Schulhof und eine randvolle Aula zeugten davon. Nie zuvor hat meines Wissens eine musikalische Veranstaltung an unsere Schule solch großen Zuspruch gefunden. Besonders bei einem Frühlingskonzert war die "Hütte" noch nie so "brechend voll": Ab 19 Uhr gab es nur noch Stehplätze oder Fernhören und -sehen auf der Empore.

Die Bühne unserer Aula war liebevoll geschmückt, als das von Anja Mollenhauer und Alisa Schäfer launig moderierte Konzert mit je einem Instrumentenkarussell der 5. und 6. Jahrgangsstufen begann. Nach deren Vorträgen braucht uns um die Zukunft unseres Schulorchesters wahrlich nicht bange zu sein. Nie ist deutlicher geworden als am heutigen Abend, wie richtig und berechtigt der Mut zur Einführung eines musisch-künstlerischen Zweiges an unserer Schule gewesen ist. Dieser wird ab Sommer dieses Jahres unser Differenzierungsangebot bereichern. Welch großartige musikalische und musikantische Talente nämlich schon in unserer Unterstufe vertreten sind: kraftvoll zupackend z.B. Christof Borkott am Flügel, mit klarem wohlklingenden Ton die beiden Trompeten Anne Feldmann und Tobias Heibges, warm und intonationssicher die Klarinetten (Lea König, Anke Ringleb), leicht und mit schönen Phrasierungen die Querflöten (Hannah Scheffels, Pia Molitor, Melina König), sauber und souverän auch die übrigen Pianisten und Pianistinnen, die Gitarren, sowie Hannah Dahlhaus an der Geige. (An dieser Stelle ist übrigens ein herzlicher Dank den Eltern und Musiklehrern außerhalb der Schule auszusprechen, auf deren Förderung wir so sehr angewiesen sind, weil diese vokale und instrumentale Ausbildung im Schulrahmen nicht möglich ist.) Musiziert wurde mit verschiedenster Couleur, mit unterschiedlichen Stoffen - bei leichtem Übergewicht verfluchter Karibikpiraten - und in alternierenden Besetzungen, solo sowie in Duetten und Trios.

Als etwas größere Gruppe dagegen trat erstmalig der "neue" Unterstufenchor mit Frau Dr. Krebs auf, der erst seit einigen Wochen gemeinsam probt. Sie ließen mit einem hübschen spanischen Liedchen und dem aktuellen Hit von den Glühwürmchen (den "Fireflies") aufhorchen. Wünschenswert für die Zukunft ist hier sicher eine noch größere Sängerschar, zumal der Anteil an Jungen unbedingt steigerungsfähig ist.

Jaqueline Leddin, ehemalige Schülerin der ADS, ist eine junge Künstlerin an der keltischen Harfe, die uns schon seit einigen Jahren immer wieder mit ihrem eindrucksvollen Spiel fasziniert. Die vorgetragene "Fantasie für Celtic Harp" stellte nicht zuletzt wegen des Kontrasts ihrer Klangfarben zum übrigen Programm einen Höhepunkt des Abends dar.

Als Motto für den Abend konnte das von Alina, Celina und Anna im Trio gesungene und gestisch unterstützte Lied "Wie die Welt leuchtet" gelten, was gleichzeitig Auftakt einer Reihe von Gesangsdarbietungen war, deren Variantenreichtum überraschte und deren Qualität begeisterte. Sehr feinsinnig der Oasis-Klassiker "Wonderwall" von Paulina (Gitarre) , Paul (Cajon!!) und Jonas (Gesang) aus der 7b, innig auch das Gesangsduo mit Gitarre aus der 12 (Laura Joest, Sabrina Pfeffer, Sarah Gebryessus) mit dem Song von J. Morrison "Please don't stop the rain", und anschließend die sonore Röhre von Joana Korp, die Leonard Cohens "Halleluja" ergreifend in den Saal meißelte, unterstützt vom Background-Chor eines 12er-Literaturkurses. Dass ihre tolle Stimme in eher sanften Stücken einen durchaus zarten Ausdruck findet, bewies Joana nach der Pause an der Seite von Gina Käding (Gitarre u. Gesang) mit einem introvertierten, anrührenden Gospelsong. Ebenfalls leisere Töne schlug Anja Mollenhauer an, mit zwei wunderbar vorgetragenen Balladen von Lily Allen und Jonathan Brooke, kongenial begleitet von Florijan Denic an der Gitarre. Die durchgängig prächtige Stimmung im Saal wurde von zwei Combos dann noch einmal gepusht. Deutlich hörbare Fangruppen animierten das Publikum zum rhythmischen Mitklatschen, während ein weibliches Gesangsquartett (Fadoua, Fabienne, Jana, Ann-Christin) und eine 5-köpfige Band mit maskulinem Schwerpunkt alles gaben und erst nach einer Zugabe die Bühne verlassen durften. Gleiches widerfuhr der Schlusscombo: Katharina Reffgen - wie immer unwiderstehlich musikantisch an der Violine, - Sven Vollmer als rockiger Tastenlöwe am Flügel, Marten, der Kayser an den Drums, und Sven Przywarra als einfühlsamer E-Bassist gaben neben ihrem herrlichen Medley - darin enthalten u.a. eine Hommage an Udo Jürgens "Aber bitte mit Sahne" - allen Zuhörern einen Tipp fürs Leben mit ("Probier's mal mit Gemütlichkeit!"), bevor sie dann mit dem "Lied von der Maus" - Aus die Maus! - zum Schlussjubel herausforderten. Schließlich Dankesworte, vor allem auch für die perfekt und großartig funktionierende Technik, außerdem schmucke Blumen und Osterhasen aus Schokolade für die Mitwirkenden. Und noch einmal Ovationen des Hauses für alle Beteiligten, und ein besonderer Dank für Frau Rentsch, die unermüdliche!

PS. Dieter Bohlen hatte sein Kommen angekündigt, wir teilten ihm jedoch mit, er sei unerwünscht. Stefan Raab hätten wir gern dabei gehabt, dieser war aber leider verhindert. Ich glaube, er hätte mit Sicherheit seine Freude gehabt und sich manchen für sein Casting im nächsten Winter vorgemerkt. Wozu nun die beiden hier im Abspann noch erwähnen? Ich glaube, dass man bei allem Schmäh gegenüber diesen Fernsehformaten eine bestimmte Vermutung nicht abtun kann: Sie haben vielleicht doch eine positive Nachhaltigkeit für die Eigenrealisierung von Musik. Für mich hat der heutige Abend mit der Vielzahl an äußerst gelungenen und anspruchsvollen Gesangsdarbietungen jedenfalls Folgendes gezeigt: dass in der musikalisch ach so uninspirierten Jugend, die angeblich nur vom Konsum der Musik geprägt sei, gerade das Singen wieder im Kommen ist, und dass vor allem auch der Mut wächst, sich vor 400 Zuhörern (und mehr!) auf die Bühne zu stellen, allem Lampenfieber zum Trotz, und Einstudiertes mit sichtbarer Freude vorzutragen. Mögen die zukünftigen Konzertveranstaltungen in der ADS einen ähnlich begeisterten Zuspruch finden und die Fassungskapazitäten unserer Aula auf eine ähnliche Bewährungsprobe stellen wie an diesem Abend.

U. Priebus

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